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Was ist Badminton?

Badminton ist ein Rückschlagspiel mit Schläger und Federball (auch "Shuttle" genannt), gespielt im Einzel (1 gegen 1) oder im Doppel (2 gegen 2, auch gemischt mit Mann und Frau als "Mixed"). Ziel ist es, den Federball so ins gegnerische Feld zu schlagen, dass er dort den Boden berührt, bevor er zurückgespielt werden kann – anders als beim Freizeit-Federball, wo man den Ball möglichst lange in der Luft halten will.

Übrigens: Mit Schlaggeschwindigkeiten von bis zu 565 km/h beim Smash hält Badminton den offiziellen Geschwindigkeitsweltrekord unter allen Schlägersportarten (aufgestellt 2023 von Satwiksairaj Rankireddy) – und weil so ein Federball dabei binnen Sekundenbruchteilen von Höchstgeschwindigkeit auf beinahe null abbremsen kann, verlangt der Sport eine ungewöhnliche Mischung aus Explosivität, Reaktionsschnelligkeit und Ausdauer.


Ein kurzer Blick zurück

Rückschlagspiele mit Federbällen gibt es in verschiedenen Kulturen schon seit Jahrhunderten. Die Grundlage des heutigen Badminton entstand aber in Indien: Britische Offiziere brachten ein dort gespieltes Spiel namens "Poona" mit nach England. Seinen Namen erhielt der Sport in den 1870er-Jahren, als er auf dem Landsitz Badminton House in England vorgestellt wurde. 1877 wurden die ersten schriftlichen Regeln festgelegt, 1893 gründete sich in England der erste Verband. Seit 1899 wird dort jährlich die All England Championship ausgetragen – bis heute eines der bedeutendsten Turniere im Badminton, vergleichbar mit Wimbledon im Tennis.

1934 gründete sich mit der International Badminton Federation (heute: Badminton World Federation, BWF) der erste Weltverband. Olympisch ist der Sport vergleichsweise jung: Nach Demonstrationswettbewerben 1972 und 1988 gehört Badminton seit den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona fest zum Programm, seit 1996 auch mit Mixed-Doppel.


Spielfeld

Ein Badmintonfeld ist 13,40 m lang; in der Breite kommt es aufs Format an – im Doppel werden die vollen 6,10 m genutzt, im Einzel nur die inneren 5,18 m (die äußeren Linien sind also je nach Spielart unterschiedlich relevant). Das Netz hängt in der Mitte auf 1,524 m Höhe, an den Pfosten etwas höher bei 1,55 m. Gespielt wird praktisch immer in der Halle, da schon ein leichter Luftzug die Flugbahn des Federballs störend beeinflussen würde.


Ausrüstung

Für den Einstieg braucht man eigentlich nur drei Dinge: die richtigen Schuhe, einen Schläger und Federbälle.

An den Schuhen sollte nicht gespart werden: Badminton lebt von abrupten Richtungswechseln und Ausfallschritten, deshalb gehören spezielle Badmintonschuhe mit heller, nicht abfärbender Sohle dazu. Normale Straßen- oder Laufschuhe bieten weder den nötigen Halt noch ausreichenden Schutz vor Verletzungen (z. B. Umknicken) und sind in Sporthallen ohnehin nicht erlaubt.

Beim Schläger gibt es unzählige Hersteller und Modelle, die sich vor allem in Schaftsteifigkeit, Balance (kopflastig, ausgeglichen oder griffastig) und Gewicht unterscheiden – jede Variante liegt anders in der Hand und passt zu einem anderen Spielstil. Ein teurer Schläger ist dabei nicht automatisch der bessere: Entscheidend ist, dass der Schläger zum eigenen Spielstil passt.

Und beim Federball selbst unterscheidet man mittlerweile drei Varianten:

  • Naturfederbälle (16 Federn, meist Gänse- oder Entenfedern, auf einer Korkbasis befestigt) sind der Wettkampf-Standard, da sie das authentischste Flugverhalten haben, aber empfindlich und vergleichsweise teuer sind.
  • Synthetische Federbälle mit Kunststofffedern ("Plastikbälle") sind robust und günstig, kommen im Flugverhalten aber nicht ganz an Naturfedern heran.
  • Hybridbälle bieten einen guten Mittelweg: Sie kombinieren einen Kunststoff- oder Nylonkranz mit echten Federn und verbinden so eine Flugbahn nahe am Naturfederball mit deutlich mehr Haltbarkeit – das macht sie zu einer guten Wahl für regelmäßiges Vereinstraining.

Ein Federball wiegt zwischen 4,74 und 5,50 g – erstaunlich leicht für die enormen Geschwindigkeiten, die er beim Smash erreichen kann.

Alles Weitere ist optional. Wer dabeibleibt, für den lohnt sich irgendwann eine richtige Badmintontasche, damit Schläger, Bälle und Schuhe sicher und griffbereit verstaut sind.


Die wichtigsten Regeln

Ein Match wird im Best-of-Three gespielt – wer zuerst zwei Sätze gewinnt, gewinnt das Match. Ein Satz geht bis 21 Punkte, wobei mit mindestens zwei Punkten Vorsprung gewonnen werden muss (bei 20:20 geht's also weiter, bis eine Seite zwei Punkte vorne liegt – spätestens bei 30:29 ist aber in jedem Fall Schluss). Seit einer Regeländerung 2006 zählt dabei jeder gewonnene Ballwechsel einen Punkt, unabhängig davon, wer aufgeschlagen hat.

Der Federball darf während eines Ballwechsels nicht den Boden berühren und muss regelkonform über das Netz gespielt werden. Landet er im Aus oder bleibt im Netz hängen, geht der Punkt an die Gegenseite. Eine Netzberührung durch den Federball selbst ist dagegen kein Fehler – solange er danach regulär im gegnerischen Feld landet, zählt der Schlag ganz normal.

Beim Aufschlag gibt's ein paar Besonderheiten: Er muss diagonal ins gegnerische Feld gespielt werden, und der komplette Federball muss sich im Moment des Schlägerkontakts unterhalb der Hüfte des Aufschlägers befinden. Bei geradem Punktestand wird von der rechten Feldhälfte aufgeschlagen, bei ungeradem von der linken – im Doppel rotieren dabei zusätzlich die Aufschlagpositionen der beiden Partner.

Änderung ab 2027: Der Weltverband BWF hat im April 2026 beschlossen, international ab dem 4. Januar 2027 nur noch bis 15 Punkte zu spielen – weiterhin im Best-of-Three-Modus. Bei 14:14 geht es wie gewohnt in die Verlängerung, bis eine Seite zwei Punkte Vorsprung hat; bei 20:20 entscheidet dann der nächste Punkt. Der Deutsche Badminton-Verband übernimmt die neue Zählweise zum gleichen Termin für nationale Einzelturniere; für den Liga- und Mannschaftsspielbetrieb empfiehlt das DBV-Präsidium, die Saison 2026/27 noch komplett nach der bisherigen 21-Punkte-Regel zu spielen und erst zur Saison 2027/28 umzustellen. Unser Landesverband, der Badmintonverband Rheinhessen-Pfalz (BVRP), ist dieser Empfehlung bislang gefolgt und hat keine eigene, abweichende Regelung angekündigt. Für unsere Mannschaften – Liga- und Verbandsrunde – gilt also weiterhin die 21-Punkte-Regel. Wir halten euch hier auf dem Laufenden, sobald sich das ändert.


Technik

Badminton ist mehr, als einfach nur den Federball übers Netz zu schlagen – erst das Zusammenspiel aus Griff, Schlagtechnik und Lauftechnik macht den Sport so vielseitig und anspruchsvoll.

Griff: Die Basis ist der sogenannte Universalgriff (auch "V-Grip"): Man hält den Schläger wie beim Händeschütteln, mit einem V aus Daumen und Zeigefinger auf der schmalen Griffkante. Für die Rückhand wird daraus heraus umgegriffen, meist in Richtung eines "Daumengriffs" (der Daumen stützt breit auf der breiten Griffseite ab) – das verschafft auf der Rückhandseite deutlich mehr Kraft und Kontrolle. Wer viel spielt, gewöhnt sich dieses Umgreifen zwischen Vorhand und Rückhand so an, dass es fast automatisch passiert.

Schlagtechnik: Die Grundschläge sind der Clear (hoch und weit ins gegnerische Hinterfeld, um Zeit zu gewinnen), der Drop (knapp übers Netz, kurz hinters Netz des Gegners fallend), der Smash (der steile, harte Schmetterschlag, mit dem die meisten Punkte fallen), der Drive (ein flacher, schneller Schlag auf Netzhöhe, meist aus dem Mittelfeld, um das Tempo hochzuhalten und den Gegner unter Zeitdruck zu setzen) sowie das Netzspiel (kurze, präzise Schläge dicht am Netz). Die Kraft für diese Schläge kommt aus dem Zusammenspiel mehrerer Bewegungen kurz vor dem Treffpunkt: Rotation aus der Schulter, das Einwärtsdrehen des Unterarms (Pronation) und zuletzt der Schlag aus dem Handgelenk.

Lauftechnik: Nach jedem eigenen Schlag geht es zurück in eine zentrale Ausgangsposition in Feldmitte, von der aus alle Ecken möglichst schnell erreichbar sind. Kurz bevor der Gegner trifft, machen gute Spieler einen kleinen "Split-Step" (einen leichten Sprung auf der Stelle), um in jede Richtung sofort reaktionsschnell loslaufen zu können. Von dort geht es je nach Richtung mit unterschiedlichen Schritten weiter: zur Seite mit Nachstellschritten (Chassé), nach vorne mit einem großen Ausfallschritt, um die letzten Zentimeter zum Federball noch zu überbrücken, und nach hinten rückwärts mit Chassé-Schritten oder, für den Smash aus dem Hinterfeld, einem kleinen Sprung mit Beinwechsel in der Luft (Scherensprung).


Taktik

Je nach Spielart – Einzel, Doppel oder Mixed – sieht die richtige Taktik ziemlich unterschiedlich aus:

  • Einzel: Hier steht ihr allein im ganzen Feld, entsprechend viel wird gelaufen. Die klassische Taktik ist das "Hoch-Tief-Spiel": Clears ins Hinterfeld und Drops kurz hinters Netz zwingen den Gegner, das ganze Feld abzulaufen, bis eine Lücke oder ein schwacher Ball für den entscheidenden Smash entsteht. Kondition und Konstanz entscheiden hier oft mehr als der spektakulärste Einzelschlag.
  • Doppel: Zu zweit auf der vollen Feldbreite geht es deutlich schneller und flacher zu, mit viel Netz- und Antizipationsspiel. Taktisch dreht sich vieles um die Positionierung im Team: Wer in der Defensive ist, stellt sich meist nebeneinander auf, um das Feld abzudecken. Sobald man selbst angreift, wechselt man in eine Vorne-Hinten-Aufstellung – ein Spieler am Netz, um Fehler des Gegners sofort zu bestrafen, die andere Person dahinter für die harten Schläge. Diese Rotation ständig richtig zu timen und so lang wie möglich im Angriff zu bleiben, ist die eigentliche Kunst im Doppel.
  • Mixed: Im gemischten Doppel gilt meist eine ähnliche Vorne-Hinten-Logik, oft mit fester Rollenverteilung: Die Spielerin deckt häufig bevorzugt das Netz ab (schnelle Reflexe, präzise Stopps), ihr Partner das Hinterfeld (Reichweite und Wucht für Clears und Smashes). Trotzdem müssen beide flexibel bleiben und je nach Spielsituation die Positionen tauschen können sowie in die Defensive gehen – wer nur starr in seiner Rolle verharrt, wird von guten Gegnerpaaren gezielt ausgespielt.

Neugierig geworden?

Am besten lernt man Badminton natürlich beim Ausprobieren. Schau doch einfach mal bei einem unserer Trainings vorbei – die Zeiten findest du in der Box rechts, und auf unserer FAQ-Seite beantworten wir die häufigsten Fragen rund um den Einstieg.